Kunststoffmodifizierende Dickbeschichtung (KMB)

KMB sind wasserbasierte, 1- oder 2 komponentige, überwiegend styropor- oder fasergefüllte, Bitumenemulsionen zur Bauwerksabdichtung.

Der Füllstoff ist für Eigenschaften wie Druck- oder Dehnfähigkeit entscheidend.

Während die fasergefüllte KMB in der Regel druckfester ist, ist die styroporgefüllte meist deutlich dehnfähiger und daher für Anforderungen an rissüberbrückende Abdichtung geeigneter.

Auf den ersten Blick ist die Art des Füllstoffes den Gebinden nicht zu entnehmen. Da styroporgefüllte KMB deutlich leichter als die fasergefüllten sind, wird der Inhalt der leichteren von den Herstellern in Litern, der der schwereren in kg angegeben.

  

Die Trocknung von KMB erfolgt durch Wasserentzug, womit ein zum Teil erheblicher Schrumpfprozess bei der Trocknung einher geht, der für die letztendlich zu erreichende Trockenschichtdicke berücksichtigt werden muss.

Nach der Durchtrocknung verbleibt eine wasserdichte und nicht mehr wasserlösliche Bitumenschicht.

Die Beschichtungen können im Spachtelverfahren, hier bieten sich spezielle Schichtdickenkellen an, oder im Spritzverfahren aufgebracht werden.

 

Die Trockenschichtdicke der KMB richtet sich nach dem am Objekt anstehenden Lastfall, bei “Bodenfeuchte” 3 mm, bei “Aufstauendem Sickerwasser” 4 mm + Verstärkungseinlage.

Die Trockenschichtdicke darf nicht mehr als 100% der geforderte Mindestdicke betragen.  

In jedem Fall ist der Auftrag in zwei Arbeitsgängen zu erstellen.

 

Was ist bei der Verarbeitung zu beachten?

  • Der Untergrund ist von Graten, haftungsmindernden Schichten wie Hohllagen,   Trennmitteln oder Sinterschichten zu befreien.
  • Altabdichtungen sind auf Verträglichkeit mit der KMB zu prüfen und ggf. zu entfernen.
  • Vertiefungen und offene Fugen > 5 mm sind mit Mörtel zu verschließen.
  • Vertiefungen und offene Fugen < 5 mm müssen mit mineralischen Dichtungsschlämmen, KMB oder Mörtel verschlossen werden.
  • Außenecken sind  auf > 20 mm zu fasen/ brechen.
  • Innenecken sind mit Mörtel MG III oder PCC 4 - 6 cm zu runden (Hohlkehle).
  • 30 cm über sowie 20 cm unter Oberkante Geländer sind Dichtungsschlämme in 2 Lagen aufzubringen.      
  • Eine rückwärtige Durchfeuchtung der KMB ist auszuschließen, ggf. ist bei Restfeuchte im Neubau oder feuchtem Mauerwerk in der nachträglichen Abdichtung ein Auftrag einer Dichtungsschlämme in 2 Arbeitsgängen erforderlich.
  • Der Voranstrich im System der KMB ist nach Herstellerangaben aufzutragen.
  • Kleine Poren speziell bei Betonbauteilen sind durch eine Kratzspachtelung mit KMB zu schließen.
  • KMB in 2 Lagen gemäß den erforderlichen Schichtdicken auftragen, die ggf. erforderliche Verstärkungseinlage ist in die erste Schicht einzubetten. Der zweite Auftrag darf erst erfolgen, wenn die erste Schicht hierdurch mechanisch nicht mehr beschädigt werden kann.
  • Die Beschichtung muss bis zur vollständigen Durchtrocknung vor Beregnung, zu hoher Luftfeuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
  • Die Umgebungs- und Bauteiltemperaturen müssen während der Verarbeitung und Trocknung > +5 und < +35 Grad betragen.

Zu hohe Luftfeuchten verhindern die Durchtrocknung, direkte Sonneneinstrahlung entzieht der Oberfläche zu schnell das Wasser, sie würde eine wasserdichte Haut bilden, das darunter befindliche Material könnte nicht mehr durchtrocknen.

 

Nach vollständiger Durchtrocknung und vor dem Verfüllen der Baugruben ist die Abdichtung vor mechanischer Beschädigung mit einem Anfüllschutz zu schützen.

Dieser darf  keine Punkt- und Linienlasten sowie Bewegungen aus dem Erdreich auf die Abdichtung übertragen.

Zur Verwendung eignen sich z.B. Dränmatten mit Gleitfolie, extrudierte Schutzplatten oder Perimeterdämmplatten.

 

Einlagige Noppengahnen sind kein zulässiger Anfüllschutz.